Bad des Monats

Oktober 2026

Bei der Badrenovierung dieser Eigentumswohnung bilden zeitlose graue Fliesen die ruhige Basis, während reversible Farbakzente dem Raum Wärme und Lebendigkeit verleihen.
Das frisch renovierte Badezimmer des Monats Oktober 2026 von Holthausen Exklusiv

Buntfarben sind die Nahrung der Seele. Sie schaffen Atmosphäre und Struktur im Raum und beeinflussen den Menschen auf subtile Weise. Nur eine Entscheidung zu treffen – in dem riesigen Angebot – fällt vielen schwer. Der Raum – das Badezimmer – soll ja auch für viele Jahre dem Geschmacksfeld entsprechen und zeitlos sein. Die Lösung liegt häufig in reversiblen Flächen.

Ein Bestandsbad einer Eigentumswohnung soll verändert werden. Die Badewanne wird nicht genutzt, das bereits schon große Stauraumangebot soll beibehalten werden – die Dusche etwas großzügiger ausfallen. Der Wunsch nach einer zeitlosen aber dennoch warmen und lebendigen Ausstrahlung im Raum ist vorhanden – die Bauherrin hat sich schon im Vorfeld mit Badmöbeln in salbei beschäftigt.

Geschlossene Duschzone versus Go-In

Der rechteckige Raumzuschnitt bietet sich geradezu an, die Dusche aus der kleinen Ecke heraus zu holen und auf die linke Seite des Raumangebotes zu schieben. Durch die Türposition bedingt wäre eine frei zugängliche Duschzone möglich gewesen, die sich zur Türwand hin verjüngt. Doch – dem allgemeinen Trend zum Trotz – fällt die Entscheidung für eine rechteckige Dusche die mit einer kompletten Glaskabine abgetrennt ist. Die maximale Größe wird durch ein verfliestes Duschpodest mit Rinnenablauf genau auf das Türblatt abgestimmt. Daneben verbleibt ausreichend Platz für eine Wäschesammeltruhe. Eine angepasste Glastür zum Waschtisch hin kann durch ein tiefenreduziertes Waschmöbel ausreichend breit dimensioniert werden.

Vorwandschale passt sich den Planungshöhen an

Zur Entwässerung von Dusche und Waschtisch wird eine Vorwandschale bis zum Strang hin verbaut. Deckenhoch in der Dusche ausgearbeitet, finden in ihr die minimalistischen Unterputzarmaturen -passgenau positioniert – und eine beleuchtete Shampoonische nach Fugenschnitt ihren Platz. Hinter dem Waschplatz wird die Vorwandschale auf 120cm abgesenkt um ein wenig Stellfläche unter dem Spiegelschrank zu schaffen.

Mit 30cm Tiefe bietet sich die breite Raumecke zum Strangschacht hin an, einen Einbauschrank zu verbauen. Millimetergenau und deckenhoch verbaut, wird das Möbelstück in die Nische eingepasst und in der Wandfarbe lackiert. Die Türöffnung bestimmt die Absenkung der Vorwandschale auf die notwendige Höhe der Abflussleitung. Durch die Farbgebung ist das Möbel gewollt fast unsichtbar.

WC und Badheizkörper verbleiben – in neuem Design – an Ihrem angestammten Platz.

Lichtschaltung an Gewohnheiten angepasst

Die Bauherrin entscheidet sich für ein automatisch geschaltetes Nachtlicht in Form einer bodennah angebrachten Wandeinbauleuchte neben dem WC. Das dezentrale Deckenlicht – in der neuen Abhangdecke passend positioniert – wird als tägliche Beleuchtung des fensterlosen Raumes genutzt und mit der Shampoonische von aussen gemeinsam geschaltet. Aus liebgewonnener Gewohnheit bleibt der Spiegelschrank vom Waschplatz aus zuschaltbar.

Teilverfliest in 60x60cm

Feinsteinzeugfliesen in einem sanften Grauton, im Format von 60x60cm bekleiden alle Flächen an den Vorwänden bis 120cm Höhe und die Duschwände bis 240cm. Im durchlaufenden Fugenschnitt an Wand und Boden stellen sie das zeitlose und ruhige Grundgerüst der Raumgestaltung dar. Nun beginnt das Spiel der Farben die den Raum verwandeln.

Farbenspiel belebt und macht Formen sichtbar

Ein eleganter Waschplatz aus matt weissem Corian begeistert durch die breite und ebenso praktische Ablagefläche zur rechten Seite hin. Der feine Wasserfall des smarten Wandwaschtischmischers der Serie IMO von Dornbracht überzeugt ebenso wie die geometrisch perfekt abgestimmte Form. Getragen wird das filigrane Ensemble von einem angepassten Waschtischunterschrank der mit seinem starken Farbton in türkisblau in den Vordergrund gerückt wird. Diese starke Farbe wird in den angepassten Ablageböden links neben dem Spiegelschrank aufgenommen.

Im intensiven Gespräch beratschlagen wir die Farbgebung im Raum. Wir beschließen die Waschtischwand in dem Blaugrün des Waschmöbels zu streichen – nur viele Nuancen heller. Durch die Farben sichtbar gemacht, stellen wir fest, dass die Architektur des Raumes nun durch zwei liegende L-Formen geprägt wird, die harmonisch ineinandergreifen. Das linke L der grauen Wandfliesen und das rechte L der farblich unterlegten Wandfarbe fügen sich zu einem Bild zusammen. Ein helles Lichtgrau als Wand- und Deckenfarbe umschmeichelt zurückhaltend das Farbenspiel und stärkt es zugleich.

Wenn man sich vorstellt, dass alle Wandflächen herkömmlich in einem Weißton gestrichen würden – dem Badezimmer würde etwas fehlen! Die Macht der Farben ist allgegenwärtig und ein wunderbares und unersetzliches Element der hochwertigen Raumgestaltung. Danke für das Vertrauen und den Mut.

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